Ein Tauchgang lohnt sich immer
Das Aufstehen am Morgen fällt einem von Jahr zu Jahr ringer, doch es lohnt sich für einen Tauchgang zur JURA immer.
Bettina, Bea, Regula, Lukas, Marco, Fredi, Fabian und ich sind pünktlich um 9 h bereit für die Abfahrt mit unserem Kapitän Erich ab Bottighofen. Marco und ich durften als erste ins Wasser und den Abstieg unter unsere Flossen nehmen. Durch eine, zum Glück nur leicht trübe, oberste Wasserschicht, tauchen wir ab ca. 10 m in wirklich klarem Wasser weiter ab. Schon früh konnten wir die Silhouette der Jura erkennen. Immer wieder schön zu sehen, wie die Jura grösser und grösser wird und sich vom schemahaften Wrack in einen deutlich erkennbaren Raddampfer verwandelt.
Doch irgendetwas hat sich gegenüber meinen früheren Tauchgängen zur Jura verändert! Und es war definitiv nicht der Tauchstart mit der Brillen – Suchaktion, welche Fredi beim reinspringen ins Wasser verloren hat. Nein, es waren die vielen Quggamuscheln, welche das Wrack überwuchert haben. In voller «Un – Pracht» präsentieren sich diese neuen Bewohner im See und haften in mehreren Lagen auf dem gesamten Wrack. Zentimeterdick verändern sie die Form der eleganten Jura von Jahr zu Jahr mehr, welche mit diesen Plagegeistern unnatürlich, weiche Konturen annimmt.
Doch auch so ist es ein grosses Erlebnis die Jura zu betauchen. Während dem umrunden des Wracks kommen mir immer wieder viele Gedanken. Wie hat sich der Unfall der Jura wohl genau abgespielt, wieviel Taucher haben die Jura auf nicht ganz 40 m vor Bottighofen schon beehrt und mit welchen Gefühlen sind sie wieder aufgetaucht um zu Hause von Ihrem Erlebnis zu berichten?
Wie in einer anderen Welt gefangen, gleiten wir über das Deck. Der Tauchgang könnte noch Stunden so weitergehen, doch unser Computer meldet sich energisch und zwingt uns ganz höflich den Aufstieg anzutreten. Wir verabschieden uns von der Jura und tauchen kontinuierlich auf. Noch ein letzter Blick zurück und die Jura mit den ungeliebten Plagegeistern verschwindet langsam im Dunkeln. Bis zum nächsten Mal.
Das abschliessende Debriefing durften wir mit einem Snack bei Bea und Lukas zu Hause abhalten. Vielen Dank euch Zwei für die Einladung und die Bewirtung.
Auch ein herzliches Dankeschön gebührt unserer Bettina, welche alles perfekt organisiert hat.
Bis zum nächtsten Mal
Text: Thomas Reiner
Bilder: Fabian Glantschnig und weitere Teilnehmer